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Los, raus an die Luft!

Man kann sagen, was man will über diese besonderen Zeiten, aber über das Wetter kann man sich echt nicht beschweren.

Wir Hundemenschen sind zwar in der Regel sowieso bei jedem Wetter draußen, aber so macht es schon noch mehr Spaß als sonst. Wer also jetzt etwas Extra-Zeit (auch für den Hund) hat, macht das bei schönstem Frühlingswetter und Sonnenschein. Da wir alle im Moment in der Auswahl der Gassirunden eingeschränkt sind, bietet es sich doch wirklich an, diese auch mal interessanter zu gestalten. Und wieder handelt es sich um eine schöne Beschäftigungsidee, bei der Ihr zusammen arbeitet, die kein aufwändiges Extra-Equipment erfordert und die ganz simpel in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden gestaltet werden kann: Schnüffeln im Freien.

Ihr braucht:

Einen Hund & jede Menge Leckerchen, eventuell eine 2. Person

So gehts:

Ich fange mit Schnüffelspielen nicht gleich zu Beginn des Spaziergangs an. Die Hunde sind mehr oder weniger aufgeregt, weil es gleich los geht, die wichtigsten Geschäfte sind noch nicht erledigt … also erstmal alles Wichtige machen lassen und ein paar Minuten gehen.

Für Hunde, die das zum ersten Mal machen, kann es hilfreich sein, einen relativ ruhigen Platz mit einfachem Untergrund zu wählen, damit die Leckerchen auch gut zu finden sind. Bei Hunden, die sehr aufgeregt sind oder noch nicht gut warten können, kann es hilfreich sein, wenn eine 2. Person den Hund so lange an der Leine hält, bis Ihr die Leckerchen ausgelegt habt.

Obacht: es gibt Hunde, die relativ schnell hochdrehen, hüpfen und kreischen, wenn man Leckerchen verstreut. Für solche Hunde ist es besser, wenn sie zunächst lernen, ohne allzu große Aufregung kurz zu warten. In so einem Fall könnte es hilfreich sein, wenn der Hund nicht zusieht, z. B. im eigenen Garten.

Auch das Gegenteil ist möglich: Dein Hund ist nicht wirklich aufmerksam und zeigt kaum Interesse an dem, was Du da machst … zunächst solltest Du überlegen, ob die Leckerchen, die Du da anbietest, überhaupt was Besonderes sind und ob es für das nächste Mal hilfreich sein kann, besonders gute Leckerchen dafür mitzunehmen.

Dann hilft es meistens, wenn man sich so ein klein wenig zum Affen macht: „Ooh, was hab ich denn da in der Tasche | mmmmh, riechen die guuuut | leckerleckerlecker“ – da dürft Ihr gern Eurer Phantasie freien Lauf lassen, um das Interesse Eures Hundes zu wecken.

Schnüffeln im Freien

Outdoor-Schnüffelspiele

 

Anfang & Ende

Der Hund wartet also brav, guckt Euch beim Verstreuen zu und dann gibt es als Hilfestellung für den Hund ein Startsignal, welches das Warten auflöst und die Suche einläutet.

Wichtig ist, dass ab dem Startsignal alleine das Tempo des Hundes zählt. Es gibt kein richtig und kein falsch, es geht auch nicht darum, dass Euer Hund alle Leckerchen in Rekordgeschwindigkeit finden soll. Also lasst ihn einfach mal schnuppern und suchen. Auch ein unspektakulär aussehender Boden kann für den Hund mehr Informationen enthalten als Eure Sonntagszeitung! Ihr erkennt das an einer aufmerksamen, aber nicht intensiv  angespannten Körperhaltung, eventuell ist die Rute auch aufgerichtet und wedelt, das Gesamtbild Eures Hundes sollte interessiert, aber dabei entspannt sein.

Vielleicht stoppt Euer Hund zwischendurch und schaut Euch hilfesuchend an. Ermutigt ihn, weiter zu suchen, lauft ein, zwei Schritte mit ihm zum „Suchfeld“.

Ebenso wie das Startsignal (z. B. Los, such, start) ist auch ein Endsignal für Euren Hund eine gute Hilfestellung, die ihm mitteilt: Du brauchst hier nicht weiter suchen, das Spiel ist beendet.

Das kann in vielen Situationen hilfreich sein, wenn Ihr ein Spiel abbrechen müsst. Es ist netter, dem Hund das Ende anzukündigen, damit Ihr weiter gehen könnt, als ihn einfach mitten in der Konzentration weg zu ziehen.

 Variationen:

Wenn Euer Hund das Prinzip verstanden hat, wird er bald freudig auf Eure Bitte hin warten in dem Wissen, dass Ihr gleich zusammen ein ziemlich tolles Spiel zusammen spielt. Ihr könnt verschiedene Untergründe mit einbeziehen, die Größe der Leckerchen und Menge variieren und auch verschiedene Ebenen mit einbeziehen. Das ist für viele Hunde anfangs besonders schwierig, wenn Leckerchen plötzlich auf einem Ast, Baumstamm oder an der Kante einer Bank liegen oder in einer Astgabel stecken. Achtet dabei darauf, dass die Leckerchen nicht zu hoch liegen, gebt eventuell Hilfestellung (und nehmt etwas größere oder besonders intensiv riechende Leckerchen) und achtet auch darauf, dass Ihr im Eifer der Suche nichts kaputt macht.

Schnüffeln auf verschiedenen Ebenen

Das Schwierigste ist wahrscheinlich, Euren Hund einfach mal geduldig Freestyle machen zu lassen und ihn dabei nur zu beobachten. Auch Hunde sind wie wir individuell in ihrem Problemlösungsverhalten und da es kein falsch oder richtig gibt, bleibt einfach dabei stehen und schaut zu. Achtet auf die Körperspannung, auf die Ohren- und Rutenhaltung, wie Euer Hund sich auf unterschiedlichen Untergründen bewegt. Mal lauter und mal leiser schnuppert. Habt einfach zusammen Spaß!

Die Aufgaben nie zu schwer wählen

Stachlige Hecken mit Beeren oder angehäuftes Totholz solltet Ihr besser meiden. Zum Einen wegen der Verletzungsgefahr für Euren Hund, zum Anderen weil darin oft Tiere nisten und wir deren Zuhause respektieren sollten.

Aber lernt mein Hund dann nicht, dass er einfach alles fressen darf, was er findet?

Nein.

Zunächst etabliert man unter anderem deswegen ein Start- und Ende-Signal, damit der Rahmen für den Hund auch nachvollziehbar wird, wann es darum geht, mit der Nase nach den Leckerchen zu suchen. Zum Anderen ist es zwar eine schöne Vorstellung, dass Hunde, die niemals Futter vom Boden bekommen oder nehmen dürfen dann auch keine Giftköder aufnehmen- faktisch bleibt das allerdings auch nur ein frommer Wunsch.

Wie immer haben wir auch ein kurzes Video gemacht, in dem man verschiedene Sequenzen der Suche beobachten kann. Meine Hündin schaut im ersten Teil des Videos auch kurz auf, weil sie irgendwas gehört hat, macht dann aber zügig und konzentriert mit der Suche weiter.

 

Ihr habt es ausprobiert und hattet Spaß? Zeigt uns doch gern Eure Videos!

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Tina Stopfer

Tina Stopfer

Inhaberin

Ich bin Tierphysiotherapeutin mit Praxis in Reilingen, wo ich mit meinem Mann und unserem Labradormädchen „Wookie“ lebe. Die Idee zum Blog rund um den Hund gibt es schon lange und wird mit den Konsequenzen rund um die „Corona-Krise“ im März 2020endlich umgesetzt. Ziel ist eine Sammlung von Ideen, Gedanken, Tipps und Tricks rund um den Alltag mit unseren Hunden.
mail@pfotengymnastik.de
06205 – 3076776
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