Nasenarbeit im Freien

25.03. 2020 | Beschäftigung, Outdoor

Bei der Nasenarbeit im Freien knüpfen wir an den Schnüffelspass mit Pappe an und lassen den Hund mit einem seiner besten Sinne arbeiten: Der Nase.

Zugegeben, manchen Exemplaren ist das Verwenden der eigenen Nase fast schon in die Wiege gelegt, während andere ein wenig Unterstützung und Anleitung brauchen, wie sie das Ding in der Mitte vom Kopf sinnvoll benutzen können. Aber egal, zu welcher Kategorie Dein Hund gehört, auch hier lassen sich unendlich viele Variationen kreieren, die für alle Level realisierbar sind. Nicht zu vergessen natürlich die Hundesenioren und Handicaps.

Da ein Hund sowieso jeden Tag raus muss, habt Ihr die besten Voraussetzungen für diese Art der Nasenarbeit bereits geschaffen. Und gerade wenn die Gassirunden eingeschränkt sein sollten, bietet es sich ein, das Ganze ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten.

Ihr braucht

Einen Hund und jede Menge Leckerchen. Eventuell eine lange Leine (Schleppleine), die natürlich am Geschirr befestigt, nicht am Halsband. 

Eventuell eine 2. Person, die für Euch die Suchobjekte versteckt.

Nasenarbeit im Freien: So gehts

Fangt mit der Nasenarbeit nicht gleich zu Beginn des Spaziergangs an. Die Hunde sind mehr oder weniger aufgeregt, weil es gleich los geht, die wichtigsten Geschäfte sind noch nicht erledigt … also erstmal alles Wichtige machen lassen und ein paar Minuten warmlaufen.

Für Hunde, die das zum ersten Mal machen, kann es hilfreich sein, einen relativ ruhigen Platz mit einfachem Untergrund zu wählen, damit die Leckerchen auch gut zu finden sind. Bei Hunden, die sehr aufgeregt sind oder noch nicht gut warten können, kann es hilfreich sein, wenn eine 2. Person den Hund so lange an der Leine hält, bis Ihr die Leckerchen ausgelegt habt.

Dann hilft es meistens, wenn man sich so ein klein wenig zum Affen macht: „Ooh, was hab ich denn da in der Tasche | mmmmh, riechen die guuuut | leckerleckerlecker“ – da dürft Ihr gern Eurer Fantasie freien Lauf lassen, um das Interesse Eures Hundes zu wecken.

Nasenarbeit im Freien

Obacht: Es gibt Hunde, die relativ schnell hochdrehen, hüpfen und kreischen, wenn man Leckerchen verstreut. Für solche Hunde ist es besser, wenn sie zunächst lernen, ohne allzu große Aufregung kurz zu warten. In so einem Fall könnte es hilfreich sein, wenn der Hund nicht zusieht, z. B. im eigenen Garten.

Auch das Gegenteil ist möglich: Dein Hund ist nicht wirklich aufmerksam und zeigt kaum Interesse an dem, was Du da machst … zunächst solltest Du überlegen, ob die Leckerchen, die Du da anbietest, überhaupt was Besonderes sind und ob es für das nächste Mal hilfreich sein kann, besonders gute Leckerchen dafür mitzunehmen.

Anfang & Ende

Der Hund wartet also brav, guckt Euch beim Verstreuen zu und dann gibt es als Hilfestellung für den Hund ein Startsignal, welches das Warten auflöst und die Suche einläutet.

Wichtig ist, dass ab dem Startsignal alleine das Tempo des Hundes zählt. Es gibt kein richtig und kein falsch, es geht auch nicht darum, dass Euer Hund alle Leckerchen in Rekordgeschwindigkeit finden soll. Also lasst ihn einfach mal schnuppern und suchen. Auch ein unspektakulär aussehender Boden kann für den Hund mehr Informationen enthalten als Eure Sonntagszeitung! Ihr erkennt das an einer aufmerksamen, aber nicht intensiv  angespannten Körperhaltung, eventuell ist die Rute auch aufgerichtet und wedelt, das Gesamtbild Eures Hundes sollte interessiert, aber dabei entspannt sein.

Vielleicht stoppt Euer Hund zwischendurch und schaut Euch hilfesuchend an. Ermutigt ihn, weiter zu suchen, lauft ein, zwei Schritte mit ihm zum „Suchfeld“.

Ebenso wie das Startsignal (z. B. Los, such, start) ist auch ein Endsignal für Euren Hund eine gute Hilfestellung, die ihm mitteilt: Du brauchst hier nicht weiter suchen, das Spiel ist beendet.

Das kann in vielen Situationen hilfreich sein, wenn Ihr ein Spiel abbrechen müsst. Es ist netter, dem Hund das Ende anzukündigen, damit Ihr weiter gehen könnt, als ihn einfach mitten in der Konzentration weg zu ziehen.

Das Beste: Du entdeckst auf Deiner Suche nach geeigneten Verstecken viele Details

Wenn Euer Hund das Prinzip verstanden hat, wird er bald freudig auf Eure Bitte hin warten in dem Wissen, dass Ihr gleich zusammen ein ziemlich tolles Spiel zusammen spielt. Ihr könnt verschiedene Untergründe mit einbeziehen, die Größe der Leckerchen und Menge variieren und auch verschiedene Ebenen mit einbeziehen. Das ist für viele Hunde anfangs besonders schwierig, wenn Leckerchen plötzlich auf einem Ast, Baumstamm oder an der Kante einer Bank liegen oder in einer Astgabel stecken. Achtet dabei darauf, dass die Leckerchen nicht zu hoch liegen, gebt eventuell Hilfestellung (und nehmt etwas größere oder besonders intensiv riechende Leckerchen) und achtet auch darauf, dass Ihr im Eifer der Suche nichts kaputt macht.

Tipps & Tricks

Das Schwierigste ist wahrscheinlich, Euren Hund einfach mal geduldig Freestyle machen zu lassen und ihn dabei nur zu beobachten. Auch Hunde sind wie wir individuell in ihrem Problemlösungsverhalten und da es kein falsch oder richtig gibt, bleibt einfach dabei stehen und schaut zu. Achtet auf die Körperspannung, auf die Ohren- und Rutenhaltung, wie Euer Hund sich auf unterschiedlichen Untergründen bewegt. Mal lauter und mal leiser schnuppert. Habt einfach zusammen Spaß!

Stachlige Hecken mit Beeren oder angehäuftes Totholz solltet Ihr besser meiden. Zum Einen wegen der Verletzungsgefahr für Euren Hund, zum Anderen weil darin oft Tiere nisten und wir deren Zuhause respektieren sollten.

Aber lernt mein Hund dann nicht, dass er einfach alles fressen darf, was er findet?

Nein.

Zunächst etabliert man unter anderem deswegen ein Start- und Ende-Signal, damit der Rahmen für den Hund auch nachvollziehbar wird, wann es darum geht, mit der Nase nach den Leckerchen zu suchen. Zum Anderen ist es zwar eine schöne Vorstellung, dass Hunde, die niemals Futter vom Boden bekommen oder nehmen dürfen dann auch keine Giftköder aufnehmen- faktisch bleibt das allerdings auch nur ein frommer Wunsch.

Wie immer haben wir auch ein kurzes Video gemacht, in dem man verschiedene Sequenzen der Suche beobachten kann. Meine Hündin schaut im ersten Teil des Videos auch kurz auf, weil sie irgendwas gehört hat, macht dann aber zügig und konzentriert mit der Suche weiter.

Eierkarton mit Papier und Leckerchen
Entdeckt die Möglichkeiten in Eurer Umgebung

Nasenarbeit kann man mit jedem Hund machen, der eine Nase hat. Es gibt keine Beschränkungen beim Alter, der Größe oder dem Fitnesszustand. Was es jedoch gibt, sind unterschiedliche Formen des Suchens. Bestimmte Rassen sind lange darauf gezüchtet worden, ihre Nase einzusetzen. Aber auch Hunde mit anderen “Tätigkeitsschwerpunkten” können lernen, ihre Nase gezielt einzusetzen. Ich weiß von vielen meiner Patientenhunde, dass sie mit großem Spaß Nasenarbeit machen, darunter auch betagte Senioren und Hunde im Rollstuhl. Nichts ist unmöglich!

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(c) Tina Stopfer Tierphysiotherapie, Carl-Benz-Str.2, 68799 Reilingen

Hundephysiotherapie Reilingen

Tina Stopfer

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