Anti-Giftköder-Training von Sonja Meiburg

21.03. 2020 | Bücher, Gesundheit, Notfall, Training

Anti-Giftköder-Training

Sind wir ehrlich: Wenn es um das Zusammenleben mit Hunden geht, legen die meisten von uns mehr oder weniger Wert auf die gleichen Dinge: Der Hund soll auf seinen Namen hören, er soll sich gut benehmen können und ein paar halbwegs gut sitzende Kommandos sind auch nicht verkehrt. Und mal Hand aufs Herz: Am Zuverlässigsten sitzt bei den meisten Hunden wohl die Reaktion auf ihren Namen, der Rest ist mehr oder weniger Glückssache.

Wenn ein Hund einzieht, macht man sich zu vielen Dingen Gedanken: Welches Futter soll er bekommen, wie viele Körbchen brauchen wir, müssen wir vielleicht in eine Hundeschule, um irgendwas zu lernen? Und wenn ja: was will ich denn lernen? An erster Stelle geht es da meistens um “Sozialisierung”, der Hund soll ja mit anderen spielen und Spaß haben können. Dann ein wenig Gehorsam: Sitz, Platz, Bleib, Fuß. Guter Hund. Hundeführerschein? Och ja, machen wir mal mit.  Was aber so gut wie nie zum Standard-Lernprogramm für Hund und Halter gehört ist wichtiger als alles andere, ja wahrhaftig überlebenswichtig: Anti-Giftköder-Training.

Sobald ein Hund akute Anzeichen für massives Unwohlsein zeigt, ist eine der ersten Fragen in der Notfallambulanz, ob er etwas vergiftetes aufgenommen haben könnte. Und die Antwort lautet meistens: “Ich weiß es nicht”. Denn wir sehen zwar ab und an mal hin, aber selbst angeleinte Hunde können manchmal ziemlich schnell sein, wenn es darum geht, irgendwo irgendwas aufzunehmen. Und wenn er was gefressen hat, dann hat man selten die Chance, irgendwelche Überreste zu finden, die Aufschluss darüber geben, worum es sich gehandelt hat. 

Es gibt also keinen vernünftigen Grund, nicht mit dem Anti-Giftköder-Training anzufangen!

Glücklicherweise bieten sehr viele Hundeschulen mittlerweile entsprechende Kurse an, in denen Hund und Mensch die Grundlagen für den Ernstfall trainieren können. Manchmal gibt es allerdings kein solches Angebot in der Nähe oder andere Gründe, warum man nicht zeitnah ins trainergestütze Lernen einsteigen kann. Und selbst, wenn Ihr Euch nach dem Lesen dieses Beirags gleich irgendwo angemeldet habt, Sonja´s Buch ist eine klare Kauf- und Leseempfehlung, denn es nimmt Euch für alle erdenklichen Fälle an die Hand.

 

Buch Anti-Giftköder-Training

Im Zweifel lebensrettend

Es muss nicht immer ein Giftköder sein. Auch die Kinder freuen sich, wenn heruntergefallene Spielsachen nicht zerkaut werden oder das Schokobrötchen nicht vom Hund verschlungen wird. Was gibt es also Sinnvolleres, als sich mit dem Thema zu beschäftigen und mit dem Hund „Aus“ oder „Nimms erst gar nicht“ zu trainieren? Denn ohne Zweifel überlebenswichtig ist, dass Dein Hund eine aufgenommene Sache wieder ausgibt oder im besten Fall erst gar nicht ins Maul nimmt.

Keine Sorge: das ist kein dicker Wälzer, sondern ein kurzweilig und leicht verständlich geschriebenes Buch mit vielen Bildern und sinnvollen Unterteilungen, so dass man alles auch gut in kleinen Schritten selbst üben kann.

Inhalt

Nach der Einleitung ist das Buch in folgende Kapitel unterteilt:

  • Was nicht funktioniert
  • Vorbeugen
  • Was funktioniert: Die Vorbereitung
  • Was funktioniert: Die Basisübung „Stoppen vor dem Futter“ | Das Signal „Nix da“ | Das Anzeigeverhalten „Nur gucken, nicht schlucken“
  • Notfallsignale
  • Für Härtefälle
  • Anhang
Blick ins Buch

Das Kapitel „Was nicht funktioniert“ beschreibt, was wir eigentlich eh schon alle wissen (sonst würdet Ihr wahrscheinlich nicht bis hierher gelesen haben): „Nein“, „Pfui“, „Aus“ oder an der Leine wegzerren (denn dann ist meistens eh schon irgendwas im Maul) oder Bestrafungen. Sonja erklärt dabei auch, warum das nicht zuverlässig funktioniert und was das Problem dabei ist: Dein Hund hat das, was er aufnehmen möchte schon lange vor Dir entdeckt und bis Du reagieren kannst, ist es sehr wahrscheinlich schon längst in seinem Maul.

Deswegen konzentriert sich das Buch darauf, was viel sinnvoller ist: Vorbeugen.

Wenn Du Deinem Hund schon einmal etwas wegnehmen wolltest, könntest Du Dich gefühlt haben wie im Film „Herr der Ringe“, wo Gollum seinen geliebten Schatz verteidigt. Die gute Nachricht ist: es gibt einen Weg, Deinem Hund zuverlässig beizubringen, für ihn wichtige Dinge ganz freiwillig her zu geben.

Ein weiterer Teil beschäftigt sich auch mit der Gewöhnung an einen Maulkorb. Für echte unkontrollierbare „Allesfresser“ kann das zunächst die allererste Maßnahme sein, sein Leben zu retten, wenn „Aus“ oder das Stoppen vor dem Futter/ Köder noch nicht zuverlässig möglich ist.

Das nächste Kapitel führt Euch zuerst in die Vorbereitung für ein sinnvolles, zielgerichtetes und erfolgreiches Training ein: Belohnung, Markersignal und Freigabesignal.

Auch für erfahrene Hundehalter ist gerade das Kapitel zu den Belohnungen wirklich sinnvoll und hilfreich: Was soll belohnt werden und vor allem wie kann ich belohnen? Nicht jedes Leckerchen ist wirklich eine hochwertige Belohnung und einige Hunde sind mit Essbarem auch nicht wirklich hinterm Ofen vor zu locken.

Vor allem das Arbeiten mit einem Markersignal ist im Umgang mit Hunden eine wahre Allzweckwaffe. Nicht nur beim Anti-Giftköder-Training, sondern in jeder erdenklichen Situation, in der Ihr Eurem Hund ein bestimmtes Verhalten beibringen wollt.

Ich arbeite in meiner Praxis für Hundephysiotherapie auch mit Markersignalen und kann Euch versichern, dass bis jetzt jeder Hund jeden Alters ganz schnell und zuverlässig verstanden hat, wie die Sache funktioniert.

Der letzte Teil im Buch erklärt Euch praktische Übungen für Euren Alltag:

  • Stoppen vor dem Futter (und es gar nicht erst aufnehmen)
  • „Nix da“ als Signal, um den Hund von der Verlockung wegzulenken
  • Anzeigen von Fressbarem („nur gucken, nicht schlucken“)
  • Notfallsignale
  • Tipps für Härtefälle

Ihr werdet es bemerkt haben, ich bin großer Fan von Sonjas Training und diesem Buch. Es führt Euch leicht verständlich und gut erklärt durch die einzelnen Möglichkeiten, wie Ihr mit Eurem Hund trainieren könnt.

Dabei geht es nicht darum, dass Ihr alle im Buch vorgestellten Übungen schnellst möglich umsetzen müsst, sondern dass Ihr Euch einen Überblick verschafft, was möglich ist und dann die Übungen rauspickt, die Ihr mit Eurem Hund nach und nach umsetzen könnt und wollt.

Wem das Buch und die Bilder noch nicht genug sind, der kann auf der Videoplattform „Hey Fiffi“ ein tolles, 17 Minuten langes Video zum Signal „nix da“ kostenlos ansehen. Andere Übungen aus dem Buch könnt Ihr als Nicht-Mitglieder in der Vorschau ansehen. Außerdem ist zum Buch selbst auch eine DVD im gleichen Verlag erschienen.

Sonja Meiburg

Sonja Meiburg

www.Hey-Fiffi.com

Sonja ist seit vielen Jahren Hundetrainerin und war in verschiedenen Vereinen als Ausbilderin tätig (BLV-Ausbilderprüfung 2005). Seit 2006 gibt sie ihr Wissen in ihrer eigenen Hundeschule weiter. Seit 1998 ist sie Clicker-Trainerin.

Sie ist Mitglied der ersten Stunde der Hundetrainer-Gemeinschaft „Trainieren statt dominieren“ und Initiatorin der Aktion „Tausche Stachelhalsband gegen Training“, für die sie den dogs-Award erhalten hat.

Außerdem ist sie Buchautorin und bekannt aus der Sendung „Zeit für Tiere“ im bayrischen Rundfunk und als Beraterin hinter der Kamera der ZDF-Doku „Das geheime Leben unserer Hunde“.

Anti-Giftköder-Training. Übungsprogramm für Staubsauger-Hunde

Broschiert: 96 Seiten

Verlag: Cadmos Verlag (25. Februar 2016)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3840425182

ISBN-13: 978-3840425189

 

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